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Vögel im winterlichen Garten.
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Veröffentlicht in leicht abgewandelter Form in der Fachzeitschrift “DIE VOLIERE”, Heft 1/2006.
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Praktischer Vogelschutz darf nicht allein den großen Naturschutzverbänden überlassen werden, er beginnt im eigenen Garten oder sogar schon auf dem Balkon. Dazu zählt auch die Zufütterung der heimischen Vögel in Jahreszeiten mit kargem natürlichen Futterangebot.
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Eine Winterfütterung ist in einigen Kreisen nicht ganz unumstritten. Vielfach liegt die Begründung darin, dass so eine natürliche Auslese schwacher und kranker Vögel verhindert wird. Meiner Meinung nach ist das ein wenig Theorie. Kranke Vögel werden auch bei einer Zufütterung den Winter wahrscheinlich nicht überstehen. Schwachen Vögeln kann durch Futtergaben geholfen werden. Sind sie auch danach noch wenig lebensfähig, wird die Natur ihre Auslese treffen. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass Vögel in Bereichen mit Winterfütterung einige Tage früher zur Brut schreiten und der Aufzuchterfolg grösser ist, als in Bereichen ohne Zufütterung. Unter Berücksichtigung, dass viele unserer heimischen Vögel bedroht sind, sollten alle Massnahmen ergriffen werden, die ihnen helfen können. Unter Hinzuziehung unserer Kinder und Enkel an Fütterung und Beobachtung schaffen wir eine solide Grundlage für ein besseres Verständnis an der Natur das weiteren Generationen eine Verarmung in dieser Hinsicht ersparen kann.
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Futterstellen.
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Ein idealer Platz zur Errichtung von Futterstellen ist der eigene Garten. Hier kann bereits im Vorfeld durch Anpflanzung geeigneter heimischer Bäume, Sträucher und Hecken eine gute Grundlage zur Ansiedlung und Überwinterung unserer gefiederten Freunde vorgenommen werden. Die Bindung einiger Arten an diese kleine Oase in der zugepflasterten Zivilationswüste erspart auch den Einsatz der Giftspritze, mit der versucht wird, die ungeliebten Schädlinge in den Griff zu bekommen. Ein brütendes Meisenpaar benötigt für die Aufzucht zweier Bruten mehr als 50 kg Insekten.
Nach Möglichkeit sollen mehrere Futterstellen eingerichtet werden. Wichtig ist, dass sie so an- gebracht werden, dass Katzen, Ratten und Mäuse keinen Zugang zum Futter haben. Mein Futterhaus steht auf einem glatten Kunststoffrohr. Es ist mit einem dafür vorgesehenen Deckel versehen, auf den der Boden des Futterhauses verschraubt ist. Das hat den Vorteil, dass ein Verdrehen je nach Wind- oder Beobachtungsrichtung vorgenommen werden kann. Zur besseren Reinigung sollte das Futterhaus eine Schublade besitzen, da es äusserst wichtig ist, auf Hygiene zu achten.
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Winterfutter.
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Fertige Futtermischungen und Beeren sind im Fachhandel erhältlich.
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Mit einer Zufütterung sollte bereits im späten Herbst begonnen werden, so findet eine Bindung der Standvögel statt. Mit einsetzendem Frost oder Schneefall wird die Futtermenge gesteigert. Äußerst wichtig ist während dieser Zeit eine absolut zuverlässige Fütterung, da die Vögel sich an die regelmäßigen Gaben gewöhnt haben. Es soll hier darauf verzichtet werden, Rezepturen zum Selbstansatz des Futters zu geben. Essensreste gehören nicht in das Winterfutter!
Im Fachhandel werden spezielle Winterfutter angeboten, zunehmend auch in Gartencenter und Baumärkten. Teilweise eignen sich auch fertige Mischungen, die für Volierenvögel angeboten werden. Zumindest in der schneelosen Zeit sollte auch Trinkwasser zur Verfügung stehen.
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Futterbedarf einiger Wintergäste.
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Vogelart
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Futtermittel
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Meisenarten
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Meisenringe und -knödel, Sonnenblumenkerne, zerkleinerte Nüsse (auch Großsittichmischungen).
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Rotkehlchen, Heckenbraunelle
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Fetthaltige Futtermischungen und feinkörnige Saaten (auch Exoten- und Waldvogelmischungen).
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Sperlinge, Buchfink, Bergfink, Grünling, Goldammer, Gimpel
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Sonnenblumenkerne, verschiedene Beeren, Haferflocken, kleinkörnige Saaten, Wildsämereien (auch Großsittich-, Exoten- und Waldvogelmischungen).
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Amsel, Drosseln
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Fetthaltige Futtermischungen, Beeren, Rosinen, Obst.
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Buntspecht
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Große Meisenknödel, Nüsse, Beeren.
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Tauben
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Sämereien aller Art, Getreide.
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Buntspecht im Schneetreiben.
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Feldspering Haussperling
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Beobachtung.
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Als Lohn für die geringe tägliche Mühe bei der Versorgung unserer Wintergäste bieten uns diese hervorragende Beobachtungsmöglich- keiten. Meine Futterstellen sind etwa 4 bis 5 m vor einem Wohnzimmerfenster angeordnet. Bei entsprechend ruhigem Verhalten zeigen die meisten Vögel nach einer Eingewöhnungszeit kaum übertriebene Scheu. Am zutraulichsten sind die Meisen, doch selbst der Buntspecht lässt sich am Riesenknödel kaum stören.
Es hat sich bewährt, die verschiedenen Futtermittel im Wechsel an unterschiedlichen Stellen anzubieten. Eine höhere Aktivität der Vögel steigert auch die Freude bei der Beob- achtung. Selbst versteckte Futterplätze werden gefunden. So habe ich einen Rundholzstamm mit Bohrungen versehen, in die Nüsse, Sonnenblu-
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menkerne und auch Mehlkäferlarven (Mehlwürmer) verstaut werden. Kohlmeise, Blaumeise und Buntspecht haben diese Leckerbissen schnell entdeckt und erarbeiten sich so mit Begeisterung ihr Futter.
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Weiblicher (links) und männlicher Gimpel oder Dompfaff.
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Goldammer
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Rotkehlchen Heckenbraunelle
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Fazit.
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Eine Winterfütterung (in England wird sogar eine ganzjährige Zufütterung empfohlen) hilft nicht nur unseren heimischen Standvögeln und Teilziehern, sie fördert auch bei Jung und Alt die Liebe zur Natur. Tägliche Fütterung und Einhaltung der Hygiene ist allerdings eine Grundbedingung. So wird auch der nächste Frühling nicht stumm bleiben.
Spätestens dann sollten auch Nistkästen aufgehängt werden, oder die vorhandenen einer Reinigung unterzogen werden.
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