Startseite

Aktuell

Agaporniden

Vögel in
Deutschland

Enger Bruch

Hücker Moor
und Umland

Vögel der Welt

Vögel in Volieren

Vogelparks, Zoos, Ausstellungen

Wildtauben

Säugetiere

Reptilien

Bild des Monats

Steckbriefe

Flora und Fauna

Vorträge und
Publikationen

Über mich

Kontakt

Links

Impressum

 

Tarantapapagei, Bergpapagei, Taranta-Unzertrennlicher

Agapornis taranta                       Engl.: Black-winged Lovebird

Steckbrief

Heimat:

Hochland von Äthiopien bis ins südliche Eritrea, bevorzugt in Höhenlagen von 1500 bis 3000 m ü. NN.

Lebensraum:

Bedingt durch die starke Abholzung sind die gut 16 cm großen Vögel auf inselartige Gebiete mit lockerem Baumbewuchs angewiesen. Hier sind besonders Affenbrotbäume (Adan- sonia digitata), Ringelhülsenakazien (Acacia tortilis), Kosobaum (Hagenia abyssinica), verschiedene Feigenbäume (Ficus ssp.) und Wacholder (Juniperus procera) anzutreffen. Die Vögel haben es aber auch verstanden, auf Parks und Gärten auszuweichen und werden sich zum Kulturfolger entwickeln.

Wenig wählerisch sind die Vögel, wenn es um die knappen Bruthöhlen geht. Bei einem Besuch im Oktober konnten wir brütende Tarantapapageien in Behausungen feststellen, die zwischen 1,80 und 15 m über dem Boden lagen. Die Einschlupflöcher waren meist nicht größer als 4 cm im Durchmesser. Aus einer Bruthöhle flogen gerade vier Junge aus.

Das Nahrungsspektrum der Vögel ist groß. Wir konnten sie beim Verzehr verschie- dener Unkrautsamen, den Früchten der Ringelhülsenakazie, halbreifer Feigen, Wacholderbeeren und verschiedener Blätter beobachten.

Status:

In geeigneten Habitaten sind die Tarantapapageien noch häufig zu finden. Verlässliche Zahlen zum Status liegen jedoch nicht vor.

Weiblicher Tarantapapagei holt die Pollen aus den Rispen der männlichen Blüten der Maispflanze.

Bruthöhle in 1,80 m Höhe, Einschlupfloch   4 cm im Durchmesser, Höhlentiefe 15 cm.

Weibchen füttert einen fast flüggen Jung- vogel. Höhle in 3 m Höhe.

Haltung:

Die relativ ruhige Art der Vögel sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass ein Vogel in seiner Unterkunft fliegen muß. Die in einem Gutachten empfohlene Mindestgröße von 100 x 50 x 50 cm sollte auf keinen Fall unterschritten werden. Bewährt haben sich für die paarweise Unterbringung Kleinvolieren von 160 x 70 x 120 cm oder Volieren von 200 x 100 x 200 cm (Länge/Breit/Höhe). In diesen Volieren ist die Unterbringung von mehreren Paaren zumindest zur Zuchtzeit nicht anzuraten, da die Vögel sehr territorial sind.

Ernährung:

Eine ausschliessliche Ernährung mit einer Saatenmischung ist abzulehnen, auch wenn sie vom Hersteller als Alleinfutter deklariert ist. Zu gewissen Jahreszeiten besteht die Nahrung der Tarantapapageien im Freiland nur untergeordnet aus trockenen Saaten (s. oben). Ganzjährig sollte zumindest Obst und Gemüse gereicht werden. Apfel und Möhre sind stets erhältlich und werden gern aufgenommen. Ebenso verhält es sich mit gerockneten Wacholder- und Ebereschenbeeren.

Ab dem zeitigen Frühjahr sind Löwen- zahn und Vogelmiere zu ernten, später verschiedene Gräser und Beeren. Diese Gaben sollten besonders während der Brutzeit gereicht werden. Wichtig ist auch, dass sie nach dem Ausfliegen der Jungen zur Verfügung stehen, damit diese von den Eltern lernen, eine vielfältige Nahrung zu akzeptieren.

Keimfutter ist zumindest während der Brut und Jungenaufzucht unerlässlich, wird es nach strengen hygienischen Grundsätzen zubereitet, bestehen keine gesundheitlichen Bedenken.

Zucht:

Vor 30 Jahren war die Zucht von Tarantapapageien teilweise noch problematisch, das hat sich im Laufe der Zeit gründlich geändert. Harmonierende Paare schreiten bereit- willig zur Brut und ziehen ihre Jungen zuverlässig auf. In den meisten Fällen erfolgt

eine zweite Jahresbrut. Das Gelege besteht aus 4 bis 5 weißen Eiern, die eine mittlere Größe von 23,0 x 17,6 mm aufweisen. Die Brutzeit beträgt 24 bis 25 Tage, gerechnet ab fester Bebrütung. Somit kann es sein, dass der Jungvogel des zuerst gelegten Eies erst nach 28 Tagen schlüpft, da in den meisten Fällen erst ab dem 2. oder 3. Ei gebrütet wird.

Dem nebenstehenden Bild ist zu entnehmen, dass die Erstlingsdunen sehr hell sind und nur spärlich den Körper bedecken. Erst im Alter von 12 bis 14 Tagen öffnen sich die Augen. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Jungen mit einem geschlossenen 4,5 mm-Ring

zu beringen. Bei guter Fütterung ist das oft schon ab dem 10. Lebenstag erforderlich. Die ersten grünen Federchen schieben sich zwischen dem 16. und 18. Lebenstag aus den Kielen. Erst im Alter von knapp 6 Wochen sind die Jungen voll befiedert, eine Woche später fliegen sie aus. Sie sollten mindestens noch drei Wochen bei den Eltern bleiben, danach sind sie zwar futterfest, doch die Lernphase ist noch nicht beendet. Erfolgt keine zweite Brut, können sie getrost noch mehrere Wochen in der elterlichen Voliere bleiben.

20 Tage alter Jungvogel.

In einer geräumigen Jungvogelvoliere können Tarantapapageien bis über die Geschlechtsreife hinaus vergesellschaftet bleiben, sofern keine Nistkästen vorhanden sind. Die Möglichkeit, dass sich hier Paare aus freien Stücken bilden, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Solche harmonierenden Paare bilden den erfolgreichen Grundstock für eine problemlose Zucht.

Hier finden Sie weitere Freilandaufnahmen vom Tarantapapagei

Hier weitere Volierenaufnahmen

Hinweise auf eigene Arbeiten:

Agapornis: Status - Import - Nachzucht Ungewöhnliche Gesellschaft                  Erfahrungen mit dem Tarantapapagei     Der Tar. - Beobachtungen in Äthiopien

AZ-Nachrichten 7 / 1999 ff.                        AZ-Nachrichten 9 / 2001                              AZ-Nachrichten 4 / 1997                            Die Voliere 3 / 2006

J. & R. Ehlenbröker, E. Lietzow:                                             Agaporniden (Unzertrennliche), Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001