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Grauköpfchen

Agapornis canus                engl.: Grey-headed Lovebird

Steckbrief

Beschreibung:

Erstbeschreibung 1788 von Gmelin als Psittacus canus.                                                    Größe 13 bis 14 cm, Gewicht 25 bis 32 Gramm.

a) Agapornis canus canus: Bewohnt die Küstenbereiche Madagaskars umlaufend vom Nordwesten über Osten bis zum Süden und einige Inseln. Färbung siehe Bilder.

b) Agapornis canus ablectaneus: Im Südwesten Madagaskars beheimatet und als Bangs Grauköpfchen bezeichnet. Die Graufärbung des Männchens ist intensiver, die grünen Partien tragen einen leicht bläulichen Anflug.

Ein Paar ausgefärbter Grauköpfchen, links das Männchen.

Lebensraum:

Grauköpfchen bevorzugen trockene Buschlandschaften in Küstennähe. Das Landes- innere wird gemieden, besonders in Höhenlagen von über 1.200 m über NN und in Bereichen der wenigen verbliebenen feuchten Tropenwälder. Die Dorn- und Grassavanne ist mit Madagaskarpalmen und Affenbrotbäumen und der typischen Sukkulenten-Flora ausgestattet. Neben verschiedenen Grassamen und Wildfrüchten sind die Vögel sehr zum Leidwesen der einheimischen Bevölkerung oft in den Reis- und Mangoplantagen anzu- treffen. Die Brutzeit liegt zwischen Oktober und Februar-

 

Status:

Es wird davon ausgegangen, dass der Bestand der Grauköpfchen auf dem Festland Madagaskars nicht gefährdet ist. Anders sieht es mit den Inselpopulationen aus. Auf den Seychellen sind nur noch wenige örtliche Vorkommen, ähnlich verhält es sich auf den Komoren und auf Réunion. Von Mauritius liegen schon lange keine Sichtmeldungen mehr vor, man geht davon aus, dass die Population hier erloschen ist.

Haltung.

Die erste Haltung in Europa ist um 1860 im Zoo von London erfolgt. Einige Jahre später waren die Vögel auch auf dem europäischen Festland zu finden, die Erstzucht erfolgte 1872 bei Karl Russ.

Eine paarweise Unterbringung ist zumindest zur Brutzeit angebracht. Obwohl Erfolge in sehr kleinen Boxen erzielt wurden, sollten diese jedoch die Mindestabmessungen von 100 x 50 cm Grundfläche

bei 50 cm Höhe nicht unterschreiten. Jungvögel und unverpaarte Altvögel können durchaus in einer geräumigen Voliere vergesellschaftet werden. Obwohl Grauköpfchen seit Jahren nicht mehr eingeführt werden und die derzeitigen Bestände wohl alle auf Zucht in Menschenobhut zurück zu führen sind, gibt es immer noch Vögel, die ihre Schreck- hafigkeit noch nicht abgelegt haben.

Ernährung:

Grauköpfchen bevorzugen aus den üblichen Saatenmischungen die kleineren Samen. Hier sollte man den käuflichen Mischungen kleine Hirsearten, Glanz und Grassamen zusetzen, Kolbenhirse darf nicht fehlen. Besonders begehrt sind die halbreifen Samen verschiedener Gräser und von Hafer. Wird Obst nur widerwillig aufgenommen, sollte es doch ständig angeboten werden.

Zucht:

Betrachtet man die AZ-Nach- zuchtstatistik, stellt man fest, dass Grauköpfchen nur in relativ gerin- gen Stückzahlen nachgezogen werden, nur die Orangeköpchen liegen noch darunter. Eigene Er- fahrungen können jedoch eine schlechte Züchtbarkeit nicht be- stätigen.

Eine Verbesserung des Zuchter- folges kann ein geeigneter Nist- kasten bringen. Bewährt haben sich Querformatkästen, die von außen an die Voliere angebracht werden und sich von der Stirnseite (Bereich Nestmulde) kontrollieren lassen. Das Weibchen kann bei einer Kontrolle nach vorn zum Kastenloch ausweichen und beschädigt somit nicht das Gelege durch panische Reaktionen.

Als Nistmaterial haben sich Rhodo- dendronblätter bewährt, die vom Weibchen in schmale Streifen ge- bissen und im Rückengefieder in den Nistkasten eingetragen werden.

Im Gegensatz zu Beobachtungen aus Madagaskar, wo nur 3 bis 4 Eier gelegt werden, ist die Gelegegröße in Menschenobhut wesentlich größer. 4 bis 6 Eier, oftmals sogar 7 sind nicht selten. Die Brutzeit beträgt 21 bis 22 Tage.

Frisch geschlüpfte Grauköpfchen sind wesentlich kleiner als die Küken der Arten mit weißen Augenringen und sind mit einem dichten weißlichen Dunenkleid ausgestattet. Im Alter von 10 bis 14 Tagen erfolgt die Beringung mit geschlossenen 3,8 mm-Ringen. Bereits im Alter von drei Wochen sind die Männchen an ihren schmutzig-grauen Kopfgefieder zu erkennen. Der erste Ausflug in die Voliere erfolgt zwischen dem 37. und 40. Lebenstag.

Hier finden Sie weitere Volierenaufnahmen vom Grauköpfchen

Hier Freilandaufnahmen vom Grauköpfchen

Hinweise auf eigene Arbeiten:

Das Grauköpfchen                         Haltung und Zucht von Grauköpfchen Agapornis: Status - Import - Nachzucht

Ziergeflügel + Exoten, 6/1994, S. 128 ff Papageien, 3/1996, S. 70 ff                  AZ-Nachrichten 7 / 1999 ff.

J. & R. Ehlenbröker, E. Lietzow:                                             Agaporniden (Unzertrennliche), Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001